Matthias Wittland, Geschäftsbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V.
Matthias Mört, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für das Dekanat Borken e.V.
Henrik Nagel-Fellerhoff, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
Alexia Meyer, Fachbereichsleiterin
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband Kleve e.V.
Wohnen in der "5. Generation"
Die sozialen, medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen richten sich zunehmend nach den individuellen Erfordernissen der Menschen in einer Stadt oder Gemeinde. Waren frühere Altenhilfekonzepte stärker an den Bedingungen der Institution und deren betrieblichen Abläufe ausgerichtet, vollzieht sich in der sogenannten "5. Generation" der Altenheime ein Paradigmenwechsel.
"Es ist es sinnvoll, rechtzeitig über Wohn- und Lebensformen nachzudenken, die auch bei Hilfe- und Pflegebedarf noch tragen", rät Diplom-Pflegewirtin Natalie Albert von der Caritas Pflege & Gesundheit des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld. Wohnung und Umgebung müssen bestimmte Kriterien erfüllen, damit eine Weiternutzung möglich ist, wenn Mobilität ab- und Hilfebedürftigkeit zunimmt. Vorrangig sei der Erhalt von Selbstbestimmung und Individualität in Kombination mit sozialen Bindungen und Sicherheit im Alltag. Dazu müssten unterstützende Hilfen bei Bedarf verfügbar und bezahlbar sein, so Albert.
Privat organisierte gemeinschaftliche Wohnformen als die "5. Generation" des Altenwohnbaus seien eine Alternative und böten eine Reihe von Vorteilen, so Natalie Albert. Körperliche Behinderungen können durch gegenseitige Unterstützung aufgefangen werden. Bei Pflegebedarf könne ein ambulanter Dienst individuell organisiert werden. Bedeutsam sei auch die sozialpräventive Funktion. Bewohner fühlten sich in einer Gemeinschaft wohler, hätten Aufgaben und das Gefühl, gebraucht zu werden. "Das kann für viele zu einer erhöhten Lebensqualität führen und die Notwendigkeit zum stationären Wohnen verzögern oder sogar ganz verhindern", erklärt Albert.
In der Ambulant Betreuten Wohngemeinschaft, die die Caritas Pflege & Gesundheit in Dülmen-Rorup anbietet, leben die Bewohner in einer familienähnlichen Gemeinschaft. Der private Bereich besteht aus einem Zimmer mit Bad, der strikt von den gemeinschaftlich genutzten Bereichen getrennt ist. In der Wohnküche ist vormittags und abends immer eine Ansprechperson zugegen, die das Gemeinschaftsleben, den Haushalt und die Pflege unterstützt, wenn nötig. Bewohner können Angebote im Ort nutzen oder aber die Einrichtung bietet selbst Veranstaltungen für interessierte Bürger des Quartiers an. "Die Ambulante Betreute Wohngemeinschaft ist nach zwei Jahren ihrer Eröffnung in die dörflichen Strukturen von Rorup hineingewachsen“, so Natalie Albert.