Matthias Wittland, Geschäftsbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V.
Matthias Mört, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für das Dekanat Borken e.V.
Henrik Nagel-Fellerhoff, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
Alexia Meyer, Fachbereichsleiterin
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband Kleve e.V.
Sterben in Gemeinschaft
In den vier Betreuten Wohngemeinschaften der Caritas Pflege & Gesundheit des Caritasverbandes für das Dekanat Borken in Borken, Velen, Reken und Weseke können die Bewohner bis zu ihrem Lebensende verbleiben. Die Wohngemeinschaft und die mit ihr verbundenen Dienste bieten die Sicherheit in der Versorgung, die auch ein stationäres Altenheim oder ein Hospiz bietet. Hinzu kommt das Leben in Gemeinschaft.
Eine Bewohnerin schaut mit Beate Hörbelt (rechts)
das Erinnerungsbuch an, in dem alle ehemaligen
Bewohner verzeichnet sind.
"Eigentlich war sie schon im letzten Stadium ihres Lebens, als sie kam", erinnert sich Beate Hörbelt, Leiterin der Betreuten Wohngemeinschaft in Velen, an Anna Fischer. Dennoch habe sie noch drei Jahre in der Wohngemeinschaft verbracht und sei durch das gemeinschaftliche Leben nochmal aufgeblüht. Zudem wurde sie von einer ehrenamtlichen Hospizhelferin im letzen halben Jahr intensiv begleitet. Auch aus dem Krankenhaus sei sie nochmal zurück in die Wohngemeinschaft gekommen, um "Zuhause" zu sterben.
Die Wohngemeinschaft hat es ermöglicht, dass Anna Fischer ein soziales Umfeld hatte, in der sie sich geborgen fühlte", erklärt Hospizkoordinator Andreas Gerdes. Die Caritas Pflege & Gesundheit organisiere mit der Betreuten Wohngemeinschaft einen Rahmen, damit das Leben und Sterben in einem familienartigen Umfeld gelingen könne. "Die soziale Anregung, die früher in familiären Kontexten stattfand, übernehmen Mitarbeitende und Bewohner der WG.
In der Zeit des Sterbens seien die Bewohner zu Anna Fischer ans Bett gegangen, um sich zu verabschieden. Der Pfarrer der Gemeinde habe die Krankensalbung gespendet und dabei die ganze Wohngemeinschaft mit einbezogen, berichtet Beate Hörbelt. Nach dem Tod von Anna Fischer haben alle zusammengesessen, von der Verstorbenen erzählt und gemeinsam gebetet. Aber mit jedem Sterben in der Wohngemeinschaft gehe das Leben in der Wohngemeinschaft auch weiter. "Nach dem Tod ist vor dem Tod", so Hörbelt. "Gerade dadurch, dass der Tod nicht ausgeklammert wird und im Alltag vorkommt, wird er besprechbar und begreifbar und kann den Menschen die Angst nehmen", sagt Andreas Gerdes.
Das Verbleiben der Sterbenden bis zu ihrem Lebensende habe auch Auswirkungen auf die Personalentwicklung bei der Caritas Pflege & Gesundheit, so Andreas Gerdes. Die eigene Auseinandersetzung mit Sterben und Tod sei wesentliche Voraussetzung, um eine hospizliche Haltung zu entwickeln, von der die Pflege getragen werde. Helfende Nähe und heilende Distanz seien unbedingt notwendig, um nachhaltig in der hospizlichen Arbeit wirken zu können. Zudem sei die hospizliche Haltung als Korrektiv zu Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu sehen. "Die Caritas kann dadurch zeigen, wo ihr Ursprung liegt.