Matthias Wittland, Geschäftsbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V.
Matthias Mört, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für das Dekanat Borken e.V.
Henrik Nagel-Fellerhoff, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
Alexia Meyer, Fachbereichsleiterin
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband Kleve e.V.
Ermutiger für Sterbende
Seit drei Jahren bietet die Caritas Pflege & Gesundheit des Caritasverbandes für den Kreis Coesfeld ihren schwerstkranken und sterbenden Patienten die Palliative Pflege an. Als "Team im Team" stehen weiterqualifizierte Pflegefachkräfte zur Verfügung, die mit vertieften Kenntnissen und Einfühlungsvermögen den medizinisch-pflegerischen Prozess sowie die psychosoziale Situation am Ende des Lebens begleiten.
Auf eine "sehr gute Resonanz" sei das Angebot der Palliativen Pflege bei den Patienten und deren Angehörigen gestoßen. "Das hat unsere Pflegekräfte gestärkt und motiviert", erklärt Pflegedienstleiterin Bärbel Ross. Mittlerweile würden 40 Patienten im Jahr palliativ gepflegt, Tendenz steigend. Von einem Tag bis zu sieben Monate dauerten die Palliativen Pflegen, die auch für die Pflegefachkräfte eine erhebliche psychische Belastung bedeuteten. Supervision und das monatliche Teamgespräch über die verstorbenen Patienten gebe den Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, sich zu entlasten.
"Gestorben wird immer. Aber jeder stirbt anders." Mancher reagiere mit Wut oder Verdrängung. Ein Mann mittleren Alters wollte es bis zwei Wochen vor seinem Tod nicht wahr haben, dass er unheilbar erkrankt sei, erinnert sich Bärbel Ross. Auch Angehörige ignorierten das baldige Ableben und seien von der häuslichen Situation überfordert. "Wir sind dann die Ermutiger in den Familien."
Die Schmerz- und Symptomkontrolle sind die wesentlichen Elemente der Palliativen Pflege. "Schmerzlinderung ist unser oberstes Ziel", erklärt Bärbel Ross. Dieses Ziel werde vor allem durch entsprechende medizinische Anwendungen erreicht, die von Palliativärzten verordnet und durch die Pflegefachkräfte durchgeführt werden. Gleichwohl könnten "weiche Methoden" wie der Einsatz von Musik oder Düften eine wichtige Rolle spielen, um Symptome zu lindern und die Befindlichkeit nachhaltig zu verbessern. Durch biographische Arbeit mit dem Betroffenen und deren Angehörigen könnten manchmal unerwartete Effekte erzielt werden. Eine Patientin, "die schon ganz weit weg war", habe die Mundpflege erst mit Sahnehering zugelassen, weil die Pflegerinnen wussten, dass sie diesen besonders gerne mochte. "Das Lächeln auf ihren Lippen vergesse ich nie."
Die Erfahrungen in der Palliativen Pflege zeigten zudem, dass es günstig sei, die Angehörigen während der Sterbephase in den Pflegeprozess mit einzubeziehen. "Dadurch kann der Abschied sowohl für den Gehenden als auch für die Bleibenden erleichtert werden." Körperkontakt etwa könne heilsam sein, um den Sterbenden besser loslassen zu können. Dem eigenen Vater die Füße zu massieren oder sich neben die Mutter ins Bett zu legen - darauf kämen erwachsene Kinder normalerweise nicht.
Mittlerweile sind an allen drei Standorten der Caritas Pflege & Gesundheit in Dülmen, Lüdinghausen und Senden Pflegekräfte mit palliativer Zusatzqualifikation im Einsatz. Bis zu fünf Mal am Tag werden die Sterbenden versorgt und betreut. Während dieser Pflegezeit darf die Uhr auch mal "langsamer ticken". Die Kooperationen mit Palliativmedizinern, Palliativstationen und Hospizdiensten habe sich intensiv entwickelt. Wenn der Patient nicht zu Hause sterben will oder kann, übernimmt die Mobile Pflege die palliative Versorgung bis zur Aufnahme ins Hospiz.