Matthias Wittland, Geschäftsbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V.
Matthias Mört, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für das Dekanat Borken e.V.
Henrik Nagel-Fellerhoff, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
Alexia Meyer, Fachbereichsleiterin
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband Kleve e.V.
Zusammenleben mit Menschen mit Demenz
In der Beratungsstelle für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen der Caritas Pflege & Gesundheit des Caritasverbandes für das Dekanat Borken geht Dorothea Rinke einfühlsam auf die Probleme der Ratsuchenden ein. Neben der Klärung von Sachfragen gibt sie den pflegenden Angehörigen vor allem das Gefühl, mit ihren Sorgen und Nöten ernst genommen zu werden.
"Gestresst, belastet und tief traurig über die Persönlichkeitsveränderung" sei mancher Angehörige, der die Beratungsstelle aufsucht, berichtet Dorothea Rinke. Durch zunächst unverständliche Verhaltensweisen des Erkrankten, etwa ein veränderter Tag-Nach-Rhythmus oder eine wirre Kommunikation, könnten pflegende Angehörige bereits kurz vor einem Zusammenbruch stehen. Durch unverständliche Verhaltensweisen des Erkrankten wie beispielsweise ziellose Unruhe, Anschuldigungen, ständiges Suchen und Verstecken oder wiederholtes Fragen könnten Angehörige bereits erheblich belastet sein. Ziel der Beratung sei es, das veränderte Verhalten des erkrankten Angehörigen verstehen zu lernen und für Entlastung zu sorgen.
Dementiell erkrankte Menschen bräuchten vor allem Lob und Anerkennung für ihr Selbstwertgefühl sowie liebevolle Anleitung und Beschäftigung. "Diese Anforderungen sind für gestresste Angehörige aber nur schwer zu erfüllen", weiß Dorothea Rinke. Daher sollten Angehörige - ohne schlechtes Gewissen - die Betreuungsangebote auswählen, von denen sie sich am meisten entlastet fühlten, rät sie.
"Angehörige müssen sich bei den Leistungen der Pflegeversicherung gut auskennen, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten", sagt Dorothea Rinke. Dazu sei es günstig, frühzeitig in die Beratungsstelle zu kommen. Wenn die Diagnose feststehe, könne ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Dorothea Rinke hilft bei der Antragstellung wie auch bei der Vorbereitung auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).
Mit einem Bündel von Leistungen der verschiedenen Fachdienste könne sich die Pflegefamilie ein Gerüst bauen, um mit der Situation zurecht zu kommen. Neben der ambulanten Pflege könne das etwa der Zeitintensive Betreuungsdienst (ZIB), die Tagespflege oder das Demenzcafé sein. Auch die Teilnahme an Pflegekursen und Gesprächskreisen für pflegende Angehörige erziele entlastende Effekte.