Matthias Wittland, Geschäftsbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V.
Matthias Mört, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für das Dekanat Borken e.V.
Henrik Nagel-Fellerhoff, Fachbereichsleiter
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
Alexia Meyer, Fachbereichsleiterin
Caritas Pflege & Gesundheit
Caritasverband Kleve e.V.
Erleichterung von Pflege zu Hause
Durch "wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen" kann bei Pflegebedürftigkeit ein längerer Verbleib in der häuslichen Umgebung ermöglicht und die Pflege für die Pflegeperson erleichtert werden. Unter bestimmten Vorausetzungen kann eine Umbaumaßnahme von der Pflegekasse bezuschusst werden. Die Wohnraumberatung der Caritas Pflege & Gesundheit des Caritasverbandes für die Dekanate Ahaus und Vreden hat sich spezialisiert auf die Beratung von Pflegebedürftigen und deren Angehörige, die eine solche Umbaumaßnahme planen.
"Die eigene Wohnung wird von vielen Menschen als Zeichen erhaltener Selbstverantwortung und Selbstständigkeit verstanden", weiß Martha Bösing. Sie vermittle Geborgenheit und Schutz und sei häufig eingewurzelt in ein vertrautes Lebensumfeld. Daher könne der Verbleib in den eigenen vier Wänden ein großes Stück an Lebensqualität sichern helfen. Zudem könne die Investition in den Umbau langfristig Kosten sparen, wenn dadurch eine stationäre Aufnahme verzögert oder sogar unnötig werde.
Durch die Beratung zum Personenruf kommt Martha Bösing mit Pflegebedürftigen und Angehörigen in Kontakt. Bei ihren Besuchen in der Häuslichkeit nimmt sie sich Zeit, um weitere Bedarfe zu erkennen. "In vielen Fällen behindern Stufen am oder im Haus die Mobilität der Pflegebedürftigen." Ein weiteres Problem sei häufig eine ungünstige Beschaffung und Aufteilung des Badezimmers, die das Waschen erschweren oder ganz unmöglich machen, weiß Bösing. Eine 80 Zentimeter breite Dusche etwa mit einem 35 Zentimeter hohen Einstieg, so wie es früher mal üblich war, sei natürlich denkbar ungeeignet für einen Pflegebedürftigen im Rollstuhl.
Häufig begegne sie bei ihren Besuchen einem Mangel an Informationen. "Die meisten wissen nicht, was an machbaren und erschwinglichen Umbaumaßnahmen möglich ist", erklärt Bösing. Zudem hätten die Familien Angst vor baulichen Veränderungen, weil sie etwa die Inneneinrichtung beschädigen könnten, oder sie meinten, es lohne sich nicht. Hier müsse sie viel Überzeugungsarbeit leisten.
Ist die Erkenntnis gewachsen, dass durch den Umbau die Pflegesituation nachhaltig verbessert werden kann, beginnt Martha Bösing mit der Planung des passgenauen Umbaus und holt mindestens zwei Kostenvoranschläge von Handwerkern der Umgebung ein. Dabei berät sie stets im Sinne der Pflegefamilie. "Ein Badezimmer muss in erster Linie funktionstüchtig sein und darf dann auch stilvoll eingerichtet sein, wenn es das Budget zulässt." Und es werde immer nur soviel umgebaut, wie auch gebraucht werde.
"Bis das Geld zurück auf dem Konto ist", begleitet Martha Bösing die Pflegefamilien. Zunächst müssten aber die geplanten Maßnahmen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) genehmigt werden, bevor die Umbauten beginnen können. Ein zusätzlicher Handlauf an der Treppe, ein Lifter, um die fünf Stufen zum Eingang zu überwinden, oder Erhöhung des Toilettensitzes könnten so entscheidend für den Verbleib des Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden sein.